Sanierung
Die Sanierung von Gebäuden kann verschiedene Arbeiten beschreiben, wobei die Bedeutung des Wortes häufig unterschiedlich ausgelegt wird. Gerade weil so viele Begriffe wie Modernisierung, Renovierung, Instandhaltung und Sanierung umherschwirren kann es für den Nichtfachmann leicht zu Unklarheiten kommen.
Während die Renovierung nur kleinere optische Verschönerungsarbeiten (z.B. Wände streichen, neuen Fußbodenbelag verlegen) beschreibt, beinhaltet die Modernisierung auch technische oder energetische Maßnahmen (z.B. neue Heizunganlage, Austausch der Fenster, Fassaden- oder Dachdämmung) in bewohnten Gebäuden. Die Instandhaltung beschreibt lediglich Maßnahmen, um den aktuellen Zustand des Gebäudes und seiner Anlagen (z.B. durch regelmäßige Wartung und kleinere Reparaturen) zu erhalten.
Die Sanierung, besonders die Kernsanierung dagegen beschreibt einen fundamentalen Eingriff in die Gebäudestruktur. Dabei sollen v.a. auch Schäden und Mängel am Gebäude beseitigt und eine energetische Optimierung durchgeführt werden, um das Haus zukunftsfähig zu machen. Dieser Prozess ist meist bei Altbauten zu sehen, weßhalb auch gerne von der Altbausanierung gesprochen wird. Die Arbeiten an einem Altbau stellen eine besondere Form der Gebäudeentwicklung dar. Durch das Arbeiten im Bestand sind immer gewisse Unsicherheitsfaktoren im Spiel, häufig ist das Entwicklungspotentiel einer bestehenden Immobilie aber enorm. Hierbei ist es wichtiger denn je einen Experten hinzuzuziehen. Gerne unterstützen wir Sie frühzeitig, am besten schon vor der Kaufentscheidung!
Chancen der Altbausanierung
Bei einem Altbau stellt sich grundsätzlich die Frage: Erhalten oder abreißen? Welche Variante die bessere ist lässt sich natürlich nicht pauschal sagen und hängt von vielen Faktoren wie Zustand des Gebäudes, Baujahr, bestehende technische Ausstattung, Lage usw. ab.
Die Variante Abriss & Neubau ist relativ leicht zu beschreiben. Durch den Komplettrückbau des Bestandes ergeben sich für Sie als Bauherr komplett neue Möglichkeiten: Sie können einen Neubau planen, der architektonisch und energetisch auf dem neuesten Stand ist und Ihre individuellen Wünsche zu 100% erfüllen kann. Andererseits entstehen bei dieser Variante oft höhere Kosten nicht zuletzt durch den größeren Ressourcenverbrauch und der oft so beliebte "Altbaucharme" geht verloren.
Die Entscheidung für den Erhalt und die Sanierung des Altbaus ist häufig auch eine emotionale. Alte Häuser erzählen Ihre eigenen Geschichten und sind eigentlich schon alleine aus diesem Grund erhaltenswert. Oft ist eine Sanierung auch deutlich kostengünstiger als ein kompletter Neubau und durch die Einsparung von Ressourcen natürlich auch nachhaltiger.
Mittlerweile ist es problemlos möglich auch im Bereich der Sanierung auf ökologische Dämmstoffe (wie z.B. Holzfaserdämmung) zu setzen. Ein Schlüsselfaktor können die bestehenden Mängel & Gebrauchsspuren des Hauses sein. Es muss abgewogen werden, welche Maßnahmen erfolgen müssen und ob diese sich wirtschaftlich sinnvoll umsetzen lassen. Da diese Mängel oftmals versteckt sind ist es umso wichtiger mit einem klaren Plan vorzugehen. Wir möchten Sie dabei so früh wie möglich unterstützen. Zögern Sie nicht auf uns zuzukommen, sodass wir Sie bei der im folgenden Abschnitt beschriebenen Planung & Umsetzung unterstützen können.
Planung & Umsetzung
Eine Altbausanierung beginnt wie die Planung eines Neubaus mit den Überlegungen, wie das Projekt entwickelt werden soll und einer Art Machbarkeitsstudie, die die zu erwartenden Kosten inkl. der Instandsetzungsmaßnahmen zu einer Gesamtkalkulation vereinen soll. Noch wichtiger als im Neubau ist es, eine ausführliche Vorplanung zu machen.
Dabei sollte das Haus bestenfalls vor dem Kauf auf Herz und Nieren überprüft werden. Häufig haben Altbauten Schwachstellen, die auf die damalige Bauweise und veraltete (oder nicht berücksichtigte) statische Berechnungsmethoden zurückzuführen sind. Klassische Sanierungsmaßnahmen, die dann der eigentlichen technischen Gebäudesanierung vorgezogen werden müssen sind beispielsweise: Nachträgliche Kellerabdichtung und -dämmung, Fundamentverstärkungen v.a. bei Dachaufstockungen, Verstärkung von Zwischendecken und des Dachstuhls, Einziehen von Stahlträgern bzw. das Herstellen von neuen Öffnungen für eine veränderte Grundrissgestaltung und neue Fensteröffnungen, Einbau von Dachgauben, Entsorgung von belasteten Baumaterialien u.v.m.
Weitere entscheidende Faktoren für eine erfolgreiche Planung sind die "hard facts", also die nicht veränderlichen Gegebenheiten wie die vorhandenen Baumaterialien, das Baujahr des Hauses oder von eventuellen Anbauten (Das Baujahr erklärt häufig die Qualität und Langlebigkeit von Altbauten) und ob über die Jahre schon Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt wurden. Daneben fließen noch die "soft facts" mit ein, die aus Ihren ganz individuellen Wünschen in Bezug auf die Grundrissgestaltung, Anzahl an Wohneinheiten, Nutzung als Eigenheim oder Mietobjekt usw. bestehen. Aus all diesen Gegebenheiten möchten wir gemeinsam mit Ihnen ein stimmiges Gesamtkonzept entwickeln.
Möglichkeiten der Wohnraumerweiterung
Regelmäßig werden Altbauten, v.a. Ein- und Zweifamilienhäuser nicht als ernsthafte Alternative zu dem Bau eines neuen Gebäudes gesehen. Und dies aus dem einfachen Grund, dass die Grundrissgestaltung von Bestandsgebäuden aus der Zeit gefallen ist. Früher waren die Gebäude deutlich kleiner, es gab keine getrennten Eltern- und Kinderbäder, oftmals gar keine räumliche Trennung, außerdem waren großflächige Wohn- und Essküchen eine Seltenheit. Der heutige Bedarf nach offenen Räumen und großen Zimmern erfordert häufig zusätzlichen Wohnraum. Neben den bereits beschriebenen Änderungen der statischen Gebäudestruktur (z.B. mit Stahlträgern) gibt es verschiedene Möglichkeiten, auch die Gesamtwohnfläche zu vergrößern. Diese können je nach individueller Situation auch miteinander kombiniert werden. Ein Beispiel hierfür ist eine Dachaufstockung, die den Wohnraum um bis zu ein oder zwei Vollgeschossen vergrößern kann.
Eine weitere Möglichkeit, um vielleicht auch komplett eigenständige Wohnbereiche zu erschaffen ist der Anbau von ein- oder mehrgeschossigen Seitentrakten. Sehr beliebt ist auch die Nutzung von bereits bestehendem Raum. Die besten Beispiele hierfür sind der Kellerausbau zu einer Souterrain Wohnung oder der Ausbau des Daches.



